Mythen in der Pflege (5): „Wer soll das bezahlen?“

Pflegekräfte? Pfft. Brauch ich nich!

Aber: Sollte ich je auf fremde Hilfe angewiesen sein, brauche ich ganz viele Drohnen. Ich brauche weiterhin den hoffentlich (?) irgendwann einmal fertigen BER vor den Toren der Stadt, eine schicke Oper in deren Mitte, die Maut für die Autobahn vor meinem Fenster undsoweiter.

Wozu?

Damit ich nicht in meinen Ausscheidungen liege oder sitze. Damit ich mich nicht wundliege. Damit ich mobil bleibe, soweit es geht. Damit ich nicht vergesse, meine Medis zu nehmen. Damit ich nachts nicht irgendwohin laufe auf die Straße, im Schlafanzug, bei Minus zehn Grad, weil ich nach Hause will. Damit ich nicht verdurste oder verhungere.

Damit jemand für mich da ist.

Und jetzt alle:

„Wer hat soviel Pinke, Pinke,

wer hat so viel Geld?“

Dies wurde übrigens in zehn Minuten von einem Einzelnen geschrieben.

Ein bisschen mehr Geld für ein bisschen bessere Pflege aufzutreiben – dazu sehen sich Generationen von Politikern bei Bund und Ländern seit Jahrzehnten NICHT in der Lage.

Finde den Fehler.

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Mythen in der Pflege (4): Einzelfälle! Oder: Das System Schaf

Schwarze Schafe.

Jeder kennt sie. Zwar treten sie nicht in Herden auf, jedoch trifft man sie immer wieder. Also schon Mehrzahl. Aber nicht so, dass man sich Sorgen machen müsste. Der Rest der Herde(n) ist hübsch weiß. So wie sich das gehört. Das System Schaf, wie wir es denken, funktioniert: Ein Schaf ist weiß. Basta.

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Pflegemythen (3): „Wir können ja nichts ändern“

Schwarzer Peter

Charité-Leitung sagt, wir können ja nichts tun – die Politik muss ran.

Laumann sagt, wir können ja nichts tun – es ist nicht die Politik, sondern die Bundesländer, welche die Kliniken zum Sparen zwingen (Gelder müssen dann umgeschichtet werden, die eigentlich für die Pflege bestimmt sind.)

Berechtigte Frage via Twitter:

Wer zwingt denn die Länder zu Sparhaushalten?

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Mythen in der Pflege (2) – Fachkräftemangel!

„Fachkräftemangel!“ – ein beängstigendes Schlagwort.

Was ist gemeint?

„Wir haben in der Pflege zu wenig gut ausgebildete Menschen.“ Je nach Interessenlage wird im Allgemeinen eine Adverbialbestimmung der Zeit hinzugefügt: „jetzt / zurzeit/ derzeit“ bzw. „in 10 /20 / 30 Jahren“.

Was ist dran?

Wie immer so einiges. Ausbildungszahlen steigen zwar in den letzten Jahren wieder, aber nicht rasch genug, um den wachsenden Bedarf an Examinierten zu decken. ( QUELLE 1 – Die Quellen finden sich am Ende des Textes.)

Offene Stellen versus Stellensuchende. (QUELLEN 2 + 3)

Ebenso der Alterungsprozess in der Gesellschaft. Aufgrund der Geburtenraten in Deutschland verschiebt sich das Verhältnis von Pflegebedürftigen zu denen, die pflegen können, in Richtung „Mangel an Fachkräften“.

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Mythen in der Pflege – Nr. 1 – mit Streikliste!

„IN DER PFLEGE WIRD NICHT GESTREIKT.“

–> Was ist dran?

Ein Körnchen Wahrheit, denn tatsächlich tun sich viele Pflegende schwer mit dem Thema.

–> Mögliche Ursachen:

Starkes Verantwortungsbewusstsein den zu Pflegenden gegenüber // Angst um den Arbeitsplatz bzw vor sonstigen Schikanen // Resignation – „Das bringt ja doch nichts!“ // fehlende Kraft – wer schon ausgebrannt ist, kämpft nicht mehr // fehlende betriebliche Organisation – es gibt tatsächlich noch Betriebe ohne Mitarbeitervertretung // mangelnde Solidarität untereinander und mehr.

–> Wie kam es zu diesem Mythos?

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